Infos Hören und Verstehen

Was tun bei Hörsturz oder Tinnitus?

Worauf kommt es bei der Auswahl von Hilfsmittel an?

Gibt es Operationsmöglichkeiten, damit ich wieder hören kann?

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Kriterien der WHO

Von einer leichten Hörschädigung spricht man, wenn die Hörschwelle um 25-40 Dezibel (dB) nach oben verschoben ist. 40 dB entsprechen dabei einem Hörverlust von 1 zu 100. Dabei wird es schon schwierig, Menschen, die leise sprechen, zu verstehen, besonders wenn sie nicht in unmittelbarer Nähe sind.

Ein mittelgradiger Hörverlust umfasst den Bereich von 41-60 dB. Ohne Hörhilfen wird hier eine Unterhaltung auch mit solchen Menschen schwierig, die im Allgemeinen laut und deutlich sprechen.

Eine hochgradige Schwerhörigkeit liegt im Bereich von 61-80 dB  Hörverlust vor. Auch laut und direkt ins Ohr gesprochene Worte werden nicht mehr zuverlässig verstanden. Der Hörverlust von 80 dB entspricht einem Verhältnis von 1 zu 10000 gegenüber dem Normalhörenden.

Ab 81 dB sprechen die Kriterien der Weltgesundheitsorganisation von einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit. Eine akustische Verständigung ist ohne Hilfsmittel nicht mehr möglich.

Darüber hinaus gibt es noch den Begriff der Resthörigkeit, bei der oft auch von Ertaubung gesprochen wird. Ertaubt ist jemand, der zwar Töne noch wahrnimmt, sie aber nicht mehr als Sprache dechiffrieren kann. Hier ist auch mit technischen Hilfsmitteln (ausgenommen CI) keine akustische Verständigung mehr möglich.

 

Welche Arten von Schwerhörigkeit gibt es?

Man unterscheidet zwischen Schallleitungsschwerhörigkeit und Schallempfindungsschwerhörigkeit – je nachdem, ob die Ursache der Schädigung mehr in der „Mechanik“ oder der „Elektrik“ des Ohres liegt.

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit liegt vor, wenn es im äußeren Ohr oder im Mittelohr zu einer Störung kommt, etwa durch eine Schädigung oder Verknöcherung der Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel). Da diese Knöchelchen den Schall sowohl verstärken als auch weiterleiten müssen, wird das Gehörte nur noch leise verstanden. Die Tonqualität ist meist nicht nennenswert eingeschränkt.

Anders verhält es sich bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit. Innenohr, Hörnerv oder Hörbahn können geschädigt sein. Gehörtes wird nicht nur leiser, sondern unvollständig und verzerrt wahrgenommen. Wie auf einer verkratzten Fensterscheibe fehlen einzelne Töne oder ganze Tonhöhenbereiche. Schreien hilft deshalb meist wenig, weil dadurch die Sprache noch weiter verzerrt wird. Auch Hörgeräte können die fehlenden Frequenzbereiche nicht ersetzen, sondern allenfalls benachbarte Bereiche verstärkt stimulieren. Leider – so muss man sagen – handelt es sich bei der Schwerhörigkeit in 90 Prozent der Fälle um eine Schallempfindungsschwerhörigkeit. Deshalb sind die Möglichkeiten eines Ausgleichs im Letzten auch immer nur unvollständig.

Quelle zum DSB-Ratgeber 1

Info zur Hörgeräteversorgung

Hören ist der wichtigste Sinn zur Wahrnehmung. Er ermöglicht die Orientierung im Raum, Gefahren wahrzunehmen und zu kommunizieren. Gerade diese soziale und emotionale Ebene ist unabdingbare Anforderung im Beruf, aber auch in Familie und Freundeskreis. Gut hören und verstehen ist ein wichtiges Stück Lebensqualität. Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland haben Hörprobleme. Viele dieser Menschen waren noch nie bei einem Hals-Nasen-Ohren-Facharzt oder Hörgeräteakustiker.

Quelle zur Hörgeräteversorgung

Was ist ein Cochlea-Implantat?

Ein CI ist eine elektronische Hörprothese. Operativ wird eine Elektrode in das Innenohr eingeführt. Durch elektrische Impulse wird der Hörnerv direkt erregt. Diese Signale werden vom Gehirn als Töne, Geräusche und Sprache wahrgenommen.

Unterschied zum Hörgerät: Ein Hörgerät erzeugt akustische Signale, die im Innenohr in Nervensignale umgewandet werden. Ein Hörgerät setzt immer noch eine Mindestfunktion des Innenohres voraus, ein CI dagegen ersetzt das Innenohr.

Quelle zum DSB-Ratgeber 8

Was ist Tinnitus?

Tinnitus ist ein Geräusch, das man real hören kann, das aber nicht von außen kommt. Im Hör-Zentrum ist eine neuronale Aktivität vorhanden. Es fehlt aber die Schallwelle, welche die Härchen zum Abnicken bringt. Tinnitus ist eine Störung der Hörverarbeitung, die mit medizinischen Mitteln nicht beeinflusst werden kann. Medikamente wie zum Beispiel durchblutungsfördernde Mittel sind bei chronischem Tinnitus nicht wirksam. Auch andere medizinisch orientierte Therapiemethoden können den Tinnitus nicht beeinflussen. Das bedeutet nicht, dass man Tinnitus nicht behandeln kann. Tinnitus ist eine Störung der Hörwahrnehmung. Jeder kann seine Wahrnehmung selbst beeinflussen.

Quelle zum DSB-Ratgeber 9

Psychosoziale Auswirkungen und Folgen von Schwerhörigkeit und Spätertaubung

Die psychischen und sozialen Auswirkungen einer Schwerhörigkeit und Spätertaubung zeigen die Notwendigkeit von Hilfen und Förderungen für die Betroffenen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Die entsprechenden Maßnahmen vermögen den Leidensweg zu verkürzen und einen konstruktiven Weg der Bewältigung von Schwerhörigkeit und Ertaubung zu eröffnen. Darüber hinaus ist die Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit von großer Bedeutung.
Die durch die Hörschädigung verursachten Verstehens- und Verstängungsschwierigkeiten haben oft ein Ausgeschlossensein aus sozialen und informellen Kommunikationsprozessen zur Folge. Betroffen sind demnach vor allem die Kommunikation, zwischenmenschliche Interaktionen und Beziehungen, wichtige Lebensbereiche und das Sozial- und Gemeindeleben.

Quelle zum DSB-Ratgeber 2

Kommunikationshilfen

Schwerhörige und ertaubte Menschen, die entweder seit ihrer Geburt oder im Laufe ihres Lebens einen mehr oder weniger großen Teil ihres Gehörs verloren haben, sind mit Lautsprache aufgewachsen und leben im Allgemeinen in einem guthörenden sozialen Umfeld. Ein verhältnismäßig kleiner Teil dieser Menschen unterstützt sein Resthörvermögen mit lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG), die – wie der Name sagt – lediglich die Lautsprache illustrieren, aber nicht eine eigene Sprache mit eigener Grammatik darstellen wie die Deutsche Gebärdensprache. Für diese Behindertengruppe stellt die Anerkennung der Gebärdensprache keine Hilfe zur Integration in die Gesellschaft und zur Gleichstellung dar. Sie braucht andere Kommunikationshilfen, insbesondere Technik (Hörgeräte und Höranlagen), schriftliche Informationen (Mitschriften und Untertitel), Schriftdolmetscher bzw. Simultanschriftdolmetscher oder LBG-Dolmetscher:

Technische Kommunikationshilfen und -systeme

sind wichtige Zusatzsysteme zum Hörsystem. In Ausbildung, Studium und Berufsleben stellen sie eine unverzichtbare Hilfe dar.

Zum Beispiel: FM-Anlagen, Lichtsignalanlagen und Induktive Höranlagen

Personelle Kommunikationshilfen

wie z.B. Schriftdolmetscher sichern die Kommunikation ab und ermöglichen ein barrierefreies Hören und Verstehen.

Zum Beispiel: in der Ausbildung, im Studium und im Berufsleben

Quelle zu Kommunikationshilfen

Induktive Höranlagen

technik_logoMenschen  mit Hörproblemen  kann heutzutage  dank  großartiger  Hörtechnologien mehr denn je geholfen  werden,  an  ihrer  Umwelt  aktiv  teilzunehmen.  Hier  bieten  sich  als  ideale  Problemlösung  Schwerhörigensysteme  auf  indukTiver Basis an. Diese Systeme können  überall  dort  eingesetzt  werden,  wo  es  gilt,  möglichst  störungsfrei einer Darbietung zu folgen, also etwa in Kirchen, Theatern, Kinos und Vortragssälen. Aber auch in den eigenen vier Wänden lassen sich indukTive Schwerhörigensysteme problemlos einsetzen. Sie ermöglichen  das  entspannte  Verfolgen  von  Sprache  und  Musik,  ohne  durch sonstige  Umgebungsgeräusche  gestört  zu  werden  oder  ohne  die Nachbarn durch zu hohe Lautstärken zu belästigen.

Da es bisher kaum Informationen über indukTive Höranlagen gab, ist die Funktion dieser für Hörgeräte-Träger so hilfreichen Technologie weitgehend unbekannt. Die   meisten   Hörgeräte   verfügen heutzutage  nicht  nur  über  die  Möglichkeit,  über  ein  Mikrofon  Schall aufzunehmen,   sondern  auch  über die  Möglichkeit,  mittels  einer  eingebauten   Induktionsspule    (T-Spule, Hörspule) magnetische Informationen aufzunehmen. Auch Cochlea Implantat-Träger kommen in den Genuss.

Diese Umschaltung wird mit einem kleinen Schalter am Hörsystem vorgenommen. Die Stellung „M“ (= Mikrofon) ist für das „normale“ Hören vorgesehen, bei dem der normale Schall über das eingebaute Mikrofon aufgenommen  wird.  Die  Stellung „T“ (= IndukTiv-Empfang)  ist  für  die drahtlose Tonaufnahme über die eingebaute Induktionsspule vorgesehen. Bekannt ist diese Funktion als „Telefon“-Funktion beim Umschalter  am  Hörsystem.

Das  Symbol  eines  Ohrs  in  Verbindung mit  dem  Buchstaben  „T“ weist  auf  eine installierte indukTive Höranlage hin.  Wenn   Sie   eines   dieser   Symbole sehen,  so  schalten  Sie  Ihr  Hörsystem auf  die Stellung „T“ um, sobald der  Sprecher  ins  Mikrofon  der  indukTiven   Höranlage   redet   (oder die Musikdarbietung beginnt). Jetzt können Sie den störungsfreien  Empfang  über  die  im  Hörgerät  eingebaute  Induktionsspule genießen.  Achten  Sie  darauf,  dass  mitunter nur bestimmte  Teile eines Raumes  (z.B.  in  Theatern)  über  eine  indukTive  Höranlage  versorgt werden.  Befinden  Sie  sich  außerhalb  dieser  Bereiche, so  ist  die  Stellung „T“ wirkungslos, es ist kein indukTiver Empfang möglich. In diesem Fall müssen Sie Ihr Hörgerät wieder auf „M“ (= Mikrofon) umschalten.  Im  Zweifelsfall  sind  Hörsysteme  ideal,  die  die Stellung „MT“ aufweisen, weil hier das gleichzeitige Hören beider Informationen möglich ist. Allerdings  ist  Stellung  „MT“  zumeist  nicht  so wirkungsvoll,  weil  das Hörgerät sowohl Schall als auch indukTive Signale aufnehmen und verarbeiten muss.

Weitere Informationen

Parallel zu den T-Spulen werden für Hörgeräte auch Infrarot-, Funk-, Bluetooth- und WLAN-Übertragungen angeboten. Deshalb wird oft behauptet, die IndukTionstechnik habe sich überlebt und sei nicht mehr zeitgemäß. Sämtliche „Ersatz“-Systeme sind aber herstellerspezifisch und deshalb bei verschiedenenHörsystemen nicht kompatibel. Sie werden auch auf absehbare Zeit nicht einheitlich genormt. Deshalb bestätigt die Neufassung von DIN EN 60118-4 jetzt einmal mehr, dass die IndukTionstechnik keinesfalls veraltet, sondern noch immer auf der Höhe der Zeit ist.

Norm über indukTive Höranlagen

 IR-Höranlagen (Infrarotübertragung)

Hier ist im prinzip der Übertragungsweg des Mikrofpnsignals gleich wie bei eienr FM-Höranlage, nur mit dem Unterschied, dass statt des Funksenders ein Infarotsender verwendet wird und statt des Funkempfängers ein Infarotempfänger. Ein bedeutsamer Vorteil ist es, dass durch die einzelenen Empfänger die Verstärkung individuell geregelt werden kann je nach dem Hörstatus des Nutzers.

 

FM-Höranlagen (Funkübertragung)

Das zu übertragende Mikrofonsignal wird über den Verstärker der lautsprecheranlage einem Funksender zugeführt. Die Zuhörer erhalten einen Funkempfänger, der für die Hörgeräteträger mit  T-Spule mit einer Teleschlinge, ansonsten mit einem Ohr- oder Kopfhörer ausgestattet ist. bei mobilen FM-Höranlagen ist im Mikrofon ein Funksender gleich miteingebaut.

 

Immer weniger Hörgeräte mit Induktionsspulen und Audio-Eingang

Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass in zunehmendem Maße Hörgeräte ohne Induktionsspulen angeboten werden, auch auf den Einbau eines Audio-Einganges wird immer häufiger verzichtet oder vorhandene T-Spulen werden vom Akustiker nicht aktiviert. Hörgeräte ohne Induktionsspulen und Audio-Eingang vermehren die Hörprobleme z.B. in Bildung und Beruf und führen vermehrt zu Ausgrenzung.

Verzeichnis hörgeschädigtengerechte Einrichtungen im Großraum Stuttgart

Verzeichnis von allen deutschen Öffentlichen Gebäuden, Theatern, Kirchen und Kinos im Großraum Stuttgart, aus dem hervorgeht, welche dieser Häuser hörgeschädigtengerechte Einrichtungen wie z.B. IndukTive-Höranlagen, Infrarot- oder FM-Anlagen haben, nutzen und auch darauf hinweisen.

Verzeichnis Großraum Stuttgart

Öffentliche Veranstaltungen auch für Menschen mit Hör- und Sehschädigungen

Menschen mit sensorischen Beeinträchtigungen haben Schwierigkeiten, für sie wichtige Informationen aufzunehmen. Auf einem Bahnhof verstehen z.B. Hörgeschädigte die Ansagen nicht oder sie können ein herannahendes Fahrzeug nicht hören, während im Straßenverkehr die sehgeschädigten Menschen hinsichtlich der Wegeführung Probleme haben. Beiden verbalen Informationen sind Hörgeschädigte stärker betroffen, bei der Übermittlung bildhafter Informationen aber Sehgeschädigte. Hier besteht generell die Notwendigkeit, diese Sinneseinschränkungen durch geeignete Maßnahmen so gut wie möglich auszugleichen, um auch diesen Personenkreisen die aktive Teilhabe am täglichen Leben zu ermöglichen.