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Deutscher Schwerhörigenbund Landesverband Baden-Württemberg e. V.

Wenn das Hören schlechter wird, stehen viele Betroffene vor der Frage, welche technischen Hilfsmittel es gibt und welche davon am besten zu den individuellen Bedürfnissen passen.  Mit der Technik-Ausstellung des Landesverbandes der Schwerhörigen und Ertaubten Baden-Württemberg e. V. gibt es nun das Angebot, im Rahmen einer qualifizierten Beratung nicht nur die Technik kennen zu lernen, sondern auch Hilfe und Beratung bei Fragen zu Finanzierungsmöglichkeiten und Antragsstellungen zu erhalten. CI-Interessierte können sich außerdem verschiedene Demo-Sprachprozessoren genauer ansehen.

 

Rauchmelder, Lichtsignalanlagen, Schwerhörigentelefone, Beschallungsanlagen, Kommunikationsanlagen, TV-Verstärker, Wecker, verschiedene Hilfsmittel zum Telefonieren und vieles andere mehr können bei uns auf der Beratungsstelle ausprobiert werden.

 

Wir haben Produkte von verschieden Herstellern vor Ort und beraten neutral und unabhängig.

Unser Team berät Sie auch zu Fragen der Antragsstellung.

Vereinbaren Sie einen Termin mit uns.

EUTB Beratungsstelle des Landesverbandes:

Heßbrühlstr.68

70565 Stuttgart-Vaihingen

Tel: 0711 -997 30 48

dsbbw.stuttgart[at]eutb.de

 

Öffnungszeiten:

Offene Sprechzeiten Mo und Do von 10.00-15.00 Uhr und jederzeit nach Vereinbarung

Mit drahtlosen Kommunikationsanlagen zum social distancing & how to im Homeoffice

Kontaktverbot, social distancing, 1,5 – 2 Meter Abstand.

Gut hörende Menschen können auch mit 2 Meter Abstand noch produktive Gespräche führen, auch noch, wenn im Hintergrund Nebengeräusche rattern. Wer ein Hörsystem trägt, hat dagegen oft ein Problem. Hörgeräte und auch Cochlea-Implantate funktionieren sehr gut - in einem Umkreise von etwa 1,5 Metern kann man in der Regel gut Sprache verstehen. Wird der Abstand größer, wird die Kommunikation schwieriger, das gesprochene Wort leiser, die Nebengeräusche lauter. Das hat zur Folge, dass Kommunikation anstrengender wird. Und es ist auch der Grund, warum Hörgeschädigte eher kleine Distanzen zwischen sich und dem Sprecher bevorzugen. Umso schwieriger ist es nun, diese angeordnete Distanz zu überbrücken und dennoch etwas zu verstehen.

Wo die Technik der Hörsysteme an ihre Grenzen kommt, fangen die Fähigkeiten der drahtlosen Höranlagen an. Höranlagen, Kommunikationsanlagen, oder auch Konferenzanlagen übertragen drahtlos das gesprochene Wort an den Prozessor oder das Hörgerät. Die Technik macht es dabei möglich, dass die Sprache nicht den Umweg über räumliche Distanz gehen muss. Über räumliche Distanz wird Nutzschall – also Sprache – leiser, und Störschall - also Nebengeräusche – mischt sich unter, was wiederum das Verstehen schwierig macht.

Als Hörgeschädigter kommt man derzeit in einige Situationen, die bereits unter normalen Umständen eine kommunikative Herausforderung sein können.

Nicht alle Tätigkeiten können im Homeoffice ausgeübt werden, und manche Arbeitnehmer müssen weiterhin mit Menschen direkt sprechen - sei es Vorgesetzte, Kollegen oder Kunden.

Um sich selbst und andere zu schützen, bietet es sich an, z. B. bei Besprechungen generell die Kommunikationsanlage auf den Tisch zu legen, so dass der erforderliche Abstand für das Sprachverständnis kein Problem mehr ist. Platziert man das Mikrofon auf dem Schreibtisch oder Tresen strategisch geschickt, können auch Kollegen oder Kunden auf Abstand gehalten werden. So helfen Kommunikationsanlagen einerseits den Hörstress zu vermindern und können andererseits auch Helfer zur Eindämmung des Virus sein, indem man den vorgegebenen Abstand einhält. 

Arbeiten im Homeoffice

Doch wer kann, der bleibt zu Hause und arbeitet derzeit im Homeoffice.

Im Homeoffice zu arbeiten, bedeutet meist zunächst auf die direkte face-to-face-Kommunikation mit Vorgesetzten und Kollegen zu verzichten.  Zum Glück gibt es diverse Anbieter für Video-Meetings  und Video-Telefonie, so dass man sich trotz größerer Entfernung sehen und sprechen kann. Anstatt sich in der Firma an einen Besprechungstisch zu drängen, sitzen die Teammitglieder im heimischen Wohnzimmer vor ihren Computern.

Dass Arbeitnehmer im Homeoffice generelle technische Voraussetzungen wie einen Laptop und gute Internetanbindung benötigen, versteht sich eigentlich von selbst. Doch gibt es darüber hinaus auch noch Hilfen für hörgeschädigte, bzw. schwerhörige Arbeitnehmer, die ihnen helfen, gut von zu  Hause aus arbeiten zu können?

Für Schwerhörige ist es besonders wichtig, dass das technische Equipment stimmt. Eine gute Tonqualität ist das A und O bei Video-Telefonaten und anderen Kommunikationswegen fernab des persönlichen Gesprächs. Das kann bedeuten, dass auch die Kollegen ein technisches Upgrade benötigen – z. B. mit einem guten Mikrofon-/Headset-Kombi. Denn je besser die Ausgangssituation ist, umso mehr kann man darüber hinaus mit entsprechenden technischen Hilfsmitteln für Hörgeschädigte herausholen.  Normalerweise nutzt man Kommunikationsanlagen um die Sprache zu verstärken. Dabei wird das Mikrofon z. B. an den Hemdskragen des Sprechers oder direkt vor diesen auf den Tisch gelegt. In Zeiten des Corona-Virus sollte man freilich überlegen, wie man dabei gewisse Hygieneregeln einhalten kann. In den Nachrichten sieht man dieser Tage immer öfters Plastiktüten, die über Mikrofone gestülpt werden, damit kein direkter physischer Kontakt zustande kommen muss. Ob das dabei entstehende knistern der Plastiktüte das Sprachverstehen stört, muss man allerdings noch prüfen.

Viele Schwerhörige haben bereits Kommunikationsanlagen für Gespräche oder Besprechungen. Ist bereits eine solche Höranlage vorhanden, sollte man prüfen, ob diese sich entweder an den Laptop oder an einen externen Lautsprecher koppeln lässt. Viele Mikrofone/Kommunikationsanlagen lassen sich vielfältig mittels Bluetooth oder Audiokabel koppeln und nutzen. Die Sprache wird dabei etwa vom Laptop über das Mikrofon direkt an den Sprachprozessor oder das Hörgerät geleitet und das Sprachverständnis erheblich verbessert.  Das gleiche gilt auch bei bluetoothfähigen Telefonen. Audio-Geräte mit einem 3,5 mm Anschluss können auch mit einem Kabel an die Höranlagen angebunden werden. Das Mikrofon übernimmt dabei sozusagen die Funktion einer Brücke. In der Praxis kann das so aussehen: vor dem Video-Meeting koppelt man die Kommunikationsanlage entweder direkt an den Laptop, oder an einen externen Lautsprecher via 3,5 mm Audiokabel.  Das Ergebnis ist oft so gut, dass der Sprecher klingt, als säße er direkt nebendran, und nicht etliche Kilometer entfernt.

Wer jetzt noch schnell das Homeoffice technisch aufrüsten muss, der kann sich auch spezielle Schwerhörigentelefone anschauen. Diese haben meist eine eingebaute Telefonspule, was das Telefonieren erheblich erleichtern kann – vorausgesetzt man hat eine aktivierte Telefonspule im Hörsystem. Schwerhörigentelefone werden in der Regel nicht von Krankenkassen übernommen. Ob sie für die Arbeitsplatzausstattung finanziert werden, muss beim entsprechenden Kostenträger geklärt werden. 

Kommunikationsanlagen lassen sich fast alle sehr vielfältig einsetzen. Viele kann man nicht nur für die Übertragung von Sprache direkt nutzen, sondern eben auch an den TV anschließen, zum Musik Hören, telefonieren, Hörtaining und vieles andere mehr. Es lohnt sich allemal, sich genau über die Einsatzmöglichkeiten zu informieren, denn die Übertragung der Sprache ist meist nur die Spitze des Eisberges, was die Anlage in petto hat.  Kommunikationsanlagen sind in der Anschaffung meistens teuer. Da sie aber von einem HNO-Arzt verordnet werden können, lohnt sich auch die Beantragung bei der Krankenkasse.

All das gilt selbstverständlich nicht nur jetzt während der Corona-Pandemie. Generell ist es immer ein Versuch wert, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, sei es mit gekoppelten Kommunikationsanlagen oder speziellen Telefonen. Hörstress zu vermeiden ist ungemein wichtig, um gelassener durch den (Arbeits-)Tag zu kommen und Gelassenheit ist ja bekanntlich zu allen Zeiten erstrebenswert.

Wir beraten gerne zu den unterschiedlichen Kommunikationsanlagen und zu möglichen Finanzierungs- und Antragsmöglichkeiten!

Euer Team der EUTB-Landesverband der SChwerhörigen und Ertaubten Baden-Württemberg e.V.

Telefonieren: Probieren!

Kurz gesagt:


  • Telefonieren ist für Schwerhörige eine Herausforderung
  • Es gibt technische Hilfen für das Telefonieren
  • Es gibt verschiedene Systeme, mit denen man telefonieren kann
  • Spezielle Schwerhörigentelefone, Streamen, Bluetooth, Telefonverstärker
  • Was für den Einzelnen am besten funktioniert, muss jeder testen und herausfinden

 

Telefonieren ist quasi  die Königsdisziplin für das Sprachverständnis. Wer aufgrund der fortschreitenden Hörschädigung nicht mehr telefonieren kann, der sollte sich allmählich mit dem Thema Cochlea-Implantat befassen.

Was macht das Telefonieren eigentlich so anspruchsvoll? Herunter gebrochen sind es zwei Faktoren: Man hat keinen Gesprächspartner vor sich, ergo kein Gesicht und somit kein Mundbild, welches man unterstützend zum Verstehen  nutzen kann. Außerdem wird beim Telefonieren eine deutlich kleinere Frequenzbreite übertragen. Wer ohnehin schon nicht mehr auf allen Frequenzen gut hört, der hat ein Problem, denn die Sprache wird noch weiter komprimiert.

Glücklicherweise gibt es auch fürs Telefonieren Hilfen - und zwar mehr als man hier nennen kann. Es gibt mittlerweile nicht nur das Festnetztelefon und das Smartphone, mit dem man telefonieren kann. Es geht auch über das Tablet, den Laptop, Voice-over-IP, Bluetooth und mit drahtlosen Kommunikationsanlagen, mit Adaptern, Schnittstellen, Headsets und Freisprechfunktion. Es gibt Telefone für Schwerhörige, bei denen man die Lautstärke oder die Höhen und Tiefen der Frequenzen anpassen kann. Während früher Telefone aufgrund der Technik automatisch eine Telefonspule enthielten, muss man heute spezielle Telefone anschaffen, die eine T-Spule haben. Telefonieren mit einer T-Spule kann das Sprachverständnis auch erheblich verbessern.

Wir werden oft fragt, welches Telefon wir für Schwerhörige empfehlen können. Das ist nicht so einfach, weil das Telefonieren eine so individuelle Geschichte wie die jeweilige Hörbiografie ist. Jeder hört und empfindet das Gehörte anders. Für die einen klingt VoIP wunderbar, für manche ist das Telefonieren mit dem Mobilnetz nicht zu toppen. Dann gibt es noch Unterschiede, von welchen Netzen man in welche anruft und natürlich, welche Hardware man benutzt. Was sicher hilft ist eigentlich nur, die verschiedenen Telefone und Tools zu testen und das richtige für sich zu finden. 

Hier wollen wir einen Überblick geben, was für unterschiedliche Systeme es zum Telefonieren gibt. Vorab wollen wir aber noch etwas Erwartungsmanagement betreiben und klarstellen, dass wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Wie bereits erwähnt: was für den einen funktioniert, kann für den nächsten völlig verkehrt sein. Wichtig zu erwähnen ist uns zudem, dass wir keine Werbung machen. Wir sind ein Verein, der sich für die Interessen der Betroffenen einsetzt. Wir unterstützen keine Firmen durch Nennung ihrer Namen und erhalten dafür demnach auch keine Gegenleistungen. In unserer Technik-Ausstellung kann man sich herstellerunabhängig zu allen möglichen technischen Systemen informieren, diese testen und live erleben.

Mit dem Telefon kann man eine gewisse Hassliebe verbinden, besonders wenn man schwerhörig ist. Neben dem vordergründigen Problem – dem Sprachverständnis – kommen da oft noch solche nebensächlichen Schwierigkeiten dazu, die es nicht einfacher machen. Ein Punkt ist sicher die richtige Hörer-Platzierung. Es kommt gar nicht so selten vor, dass man das Telefonieren mit einem Hörgerät oder Cochlea-Implantat zuerst komplett neu lernen muss, oft auch mit professioneller Unterstützung von Logopäden. Denn wer raus hat, wie man den Telefonhörer halten muss, dass man etwas hört und gleichzeitig der Gesprächspartner auch etwas versteht, der hat die Königsdisziplin bestanden - Ehre wem Ehre gebührt! Wo das Problem ist? Die Mikrofone bei Cochlea-Implantaten und Hörgeräten sind, anders wie beim „normalen“ hören, nicht in der Ohrmuschel platziert (zumindest wenn man kein Im-Ohr-Hörgerät trägt). Die Mikrofone liegen oberhalb/hinter dem Ohr. Und genau dort muss auch der Telefonhörer platziert werden. Besonders gut versteht man meistens, wenn man den Telefonhörer etwa schräg vom Kopf weg hält, was wiederum für den Gesprächspartner zum Problem werden kann. Denn dann ist das Mikrofon so weit vom Mund entfernt, dass die Sprache nur noch sehr leise durch die Muschel dringt.

 

Telefon-streamen – Dreaming Streaming

Wer mit dem Telefonieren erst (wieder) anfängt, oder generell gerne entspannt telefonieren möchte für den eignen sich unter Umständen drahtlose Kommunikationsanlagen. Bei einer beidseitigen Hörgeräte-/CI-Versorgung kann man dabei den großen Vorteil mitnehmen, Stereo zu hören. Mit zwei Ohren hat man meist ein besseres Sprachverständnis, es ist weniger anstrengend und man kann sich behutsam an die Materie herantasten. Geeignet sind hier zum Beispiel die herstellereigenen Mikrofone der CI-Hersteller als auch herstellerübergreifende Kommunikationsanlagen, die mit einem Adapter und Empfänger von nahezu allen Hörsystemen genutzt werden können. Ein Nachteil bei dieser Möglichkeit ist jedoch, dass man sich vor dem Telefonieren immer erst koppeln muss. Wenn ein spontaner Anruf eingeht, kann man diesen nur annehmen, wenn man ohnehin gerade „in der Leitung“ ist – oder man ruft eben dann zurück. Meist funktionieren diese Anlagen mit einem 3,5 mm Audiostecker, der an das Smartphone/Tablet etc angesteckt wird. Die Übertragung zum Hörsystem ist drahtlos. Gesprochen wird dabei in das drahtlose Gerät, ähnlich wie bei einem Handy-Headset.

Qualitativ ähnlich sind Angebote einzelner Hersteller von Hörsystemen, mit denen man direkt vom Smartphone auf das Hörsystem streamen kann.

 

Festnetztelefone –  ring me if you can

Eine Stufe weiter auf der Schwierigkeitsskala ist das Telefonieren mit einem „normalen“ Telefon. Es erfordert Übung, den Hörer richtig zu platzieren. Außerdem hört man nur mit einem Ohr, man muss also auch herausfinden, welches Ohr besser zum Telefonieren geeignet ist, bzw. welches das „Schokoladenohr“ ist. Bei den Festnetztelefonen gibt es diverse Unterschiede, so dass auch hier gilt: probieren geht über studieren! Bei speziellen Telefonen für Schwerhörige gibt es z. B. die Möglichkeit, um bis zu 40 dB die Lautstärke zu erhöhen. Bei manchen kann man auch separat davon noch die Lautstärke der Höhen und Tiefen verändern. Das ist besonders bei einer Hochton- bzw. Tieftonschwerhörigkeit eine gute Möglichkeit, auch während einem Gespräch noch das Sprachverständnis zu verbessern. Viele Schwerhörigentelefone haben auch die „Telefonspule“ integriert. Hat der schwerhörige Telefonierer eine aktive T-Spule und diese auch angeschaltet, so kann er im Bereich des Telefonhörers das gesprochene Wort deutlich besser verstehen. Früher hatten eigentlich alle Telefone eine T-Spule – heute muss man die Telefone genauer unter die Lupe nehmen, wenn man diese Funktion möchte. Manche Schwerhörige berichten, dass der Klang mit speziellen Schwerhörigentelefonen eher verzerrt ist. Doch dies ist ein individuelles Empfinden, viele können  demgegenüber mit diesen Telefonen besonders gut telefonieren.

Ein Versuch wert sind auch ganz normale Telefone ohne zusätzliche Tools für Schwerhörige. Einige Hörgeschädigte berichten, dass sie mit diesen am besten telefonieren können.  Hat das Telefon eine gute Lautsprecher-Qualität, so ist auch dies eine Möglichkeit, die „Hörer-Problematik“ zu umgehen. Jedoch muss man auch hier auf die Qualität des Telefons achten, bei vielen klingen die Freisprechfunktionen scheppernd und machen das Verstehen eher schwieriger als einfacher.

 

Telefonverstärker – … yes, I can!

Telefonverstärker werden an herkömmliche Telefone angeschlossen. Wie der Name vermuten lässt, verstärkt  er die Lautstärke des Telefons. Telefonverstärker werden besonders gern von Senioren genutzt, sie sind einfach zu bedienen und in der Anschaffung vergleichsweise günstig.

 

Adapter und Schnittstellen

Steht die Anschaffung einer Kommunikationsanlage bevor, der sollte sich auch in puncto Telefonieren mit den Höranlagen informieren. Es gibt für Kommunikationsanlagen mittlerweile die unterschiedlichsten Schnittstellen und Adapter, um sie in verschiedenen Settings zu nutzen. Wie auch beim Streamen oben erwähnt, kann man so auch stereo telefonieren. Die Kommunikationsanlagen können sowohl bei normalen Telefonen, als auch bei Smartphones, Tablets und Laptops zwischengeschaltet werden. Es ist möglich, mit einem Headset zu telefonieren, was z. B. auch für einseitige Versorgung mit Hörsystemen interessant sein kann.

 

Bluetooth

Die meisten Hersteller von Hörgeräten wie auch Cochlea-Implantaten haben eigene Bluetooth-Streamer, mit denen man auch telefonieren kann. Mit Bluetooth zu telefonieren ist im höchsten Maße Geschmackssache. Wie mit dem Streamen mit anderen drahtlosen Geräten auch, ist auch mit Bluetooth telefonieren Stereo möglich. Jedoch gibt es hier signifikante Unterschiede bei der Tonqualität. Telefonieren mit Bluetooth ist, abhängig von der Hardwarequalität, oftmals leiser und klingt „dünn“. Auch hier gilt wieder, dass dies jeder für sich testen muss.

 

Was für den Einzelnen am besten funktioniert, muss jeder selbst herausfinden. In unserer Beratung bieten wir jedoch wichtige Hilfestellungen. Wir haben in unserer Technik-Ausstellung nicht nur einige Schwerhörigentelefone, Streamer und Kommunikationsanlagen, sondern auch Bluetooth-Streamer und Telefonverstärker zum Testen.

 

Exkurs: Apps und Dienste

Wer mit seinem Gehör nicht in der Lage ist zu telefonieren, dies jedoch trotzdem tun will oder muss, der kann sich auch Dienste anschauen, die über das eigentliche Hören am Hörer hinausgehen.

Der Klassiker ist zum Beispiel Tess Relay Script/Sign. Zwischen den Hörgeschädigten und dem Telefonpartner wird der Tess-Dienst zwischengeschaltet. Dort sitzen entweder Schriftdolmetscher oder Gebärdensprachdolmetscher. Der Hörgeschädigte kann so auf dem von ihm bevorzugten Weg kommunizieren. Die Dolmetscher übertragen das gesprochene Wort in Schriftsprache oder Gebärden.

 Mittlerweile gibt es auch Apps, die man mit einem Adapter ans Telefonat anhängt. Auf der App wird dann mit Spracherkennung das gesprochene Wort übertragen.

Wir beraten Sie gerne zu den unterschiedlichsten Hilfsmitteln zum Telefonieren. In unserer EUTB-Beratungsstelle können Sie zudem verschiedene technische Hilfsmittel rund um das Telefonieren testen und ausprobieren. Vereinbaren Sie einen Termin mit uns.